Freimaurerei

Wer die Frage stellt, was Freimaurerei ist, erhält zumeist zwei Antworten.

Die erste beschreibt das, was Freimaurerei tatsächlich ausmacht.

Die zweite Antwort soll verdeutlichen, was sie nicht ist.

Letzteres ist aber gleich zu setzen mit dem Versuch, bestehende Vorurteile aufrecht zu erhalten. Es ist leider erheblich einfacher, bestehende Vorurteile zu verbreiten. Wenn eine Gruppe im öffentlichen Leben relativ unbekannt ist, wirkt sie schnell geheimnisvoll, was wiederum Vermutungen nährt. Wer auf diese tendenziöse Weise über die Freimaurerei berichtet, z.B. in Zeitungen oder Büchern, zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich.

Beispielsweise wird in dem Buch "Das verlorene Symbol" von Dan Brown diese unwissende, unkritische Haltung vieler Menschen erfolgreich benutzt. Der Autor vermischt wenige Fakten mit einer großen Portion Fiktion, und der Leser genießt eine spannende Geschichte, unabhängig davon, ob sie wahr ist oder nicht...

Jeder Mensch fragt nach dem Sinn des Lebens. Das ist eines der wirklich großen Geheimnisse. Philosophen, Religionen, Geistesströmungen, sie alle geben bestimmte Antworten, die aber nicht immer eindeutig sind oder überzeugen können. Könnte es daher sein, dass die geheimnisvollen Freimaurer solche Antworten haben und sogar behüten?

Leider kann die Freimaurerei oder ein Freimaurer diese Frage genau so wenig beantworten, wie alle anderen Menschen... Und geheimnisvoll sind die Freimaurer schon längst nicht mehr. Wer das glaubt, hat sich vielleicht nicht umfassend über die Freimaurerei informiert.

Es gibt viele Vorurteile über die Freimaurerei, wobei hier die drei bekanntesten genannt werden sollen, nämlich:

  • Freimaurerei sei eine Geheimsache.
  • Die Freimaurerei sei eine (Ersatz-) Religion.
  • Die Freimaurerei sei frauenfeindlich.

Woher kommen diese Vorurteile? Zum besseren Verständnis folgendes: Freimaurer kommen an einem Ort zusammen, den sie "Loge" nennen. Der Dachverband aller Logen heißt Großloge. Die erste Großloge entstand 1717 in London. Die Grundsätze der Freimaurerei stammen aus dieser Zeit, sie sind also mittlerweile bald 300 Jahre alt! Weil die Freimaurer bis zum heutigen Tag an diesen Grundsätzen weitgehend festhalten, werden sie oft als altmodisch eingestuft, denn sie scheinen nicht mehr aktuell. Wir sollten uns aber erinnern: Vor 300 Jahren wollte allein die Kirche bestimmen, was die Menschen zu glauben haben. Andersdenkende waren gut beraten, ihre persönlichen Ideen und Auffassungen für sich zu behalten und nur mit "Vertrauten" zu diskutieren, um nicht strenge Bestrafungen auf sich zu ziehen. Gesellschaftskritiker, unabhängige Geister hat es aber immer gegeben, vor allem bei den Freimaurern.

Im Mittelalter gab es für jedes Handwerk eine Zunft. Warum die Freimaurerei damals die Bräuche der Bauzünfte übernommen haben, ich nicht klar überliefert. Man weiß aber, daß die Zunftmitglieder sich zuerst in einer Loge (Bauhütte, englisch : "lodge") trafen. Als der Bau von Kathedralen zurückging, exisiterten diese Logen jedoch weiter. Die Bräuche hatten dann ledgilich noch eine symbolische Bedeutung. Man kam weiter zusammen, allerdings um ein anderes Gebäude zu errichten, keine Kathedrale, kein Gotteshaus, sondern eine Loge, in weilcher man sich über die unterschiedlichsten Themen unterhalten konnte, auch über das große Geheimnis des Lebens, jedoch ohne dogmatische Vorgaben. Die Mitglieder nannten und nennen sich Freimaurer. In den Zusammenkünften wird diskutiert, es werden Ansichten ausgetauscht, ohne doktrinär zu sein. Auf diese Weise können sich Menschen mit den verschiedensten Auffassungen begegnen und austauschen. Das geschieht in jeweiliger Rücksichtnahme.

Es gibt bei den Freimauerern in regelmäßigen Abständen Zusammenkünfte, bei denen Wechselgespräche in der Form eines Rituals ablaufen. Solche Wechselgespräche sind Dialoge. Dieses Ritual ist kein Geheimnis. Es will nur den Freimaurern eine gemeinsame Basis geben, um Fragen und Antworten zu verdeutlichen bzw. zu vertiefen. Weil diese Art der symbolischen Wechselgespräche aus einer Zeit kommt, die weitgehend christlich-religiös geprägt war, ist es verständlich, dass auch diese Rituale solche Elemente enthalten. Dass die Freimaurer diese Rituale in einem Raum aufführen, den sie Tempel nennen, ist nur aus der Geschichte zu erklären. Dieser Tempel (englisch: "masonic hall") ist hingegen kein sakraler Raum, beansprucht dennoch eine gewisse Intimität, und ist vor allem den Freimaurern zugängig.

Die Logen organisieren sog. Gästeabende, dabei kann man sich Informationen beschaffen. Ob dann der Tempelraum geöffnet wird, wird von Loge zu Loge unterschiedlich gehandhabt. Gästeabende stehen natürlich auch Frauen offen.

Allerdings gibt es Logen ausschließlich für Männer, für Frauen und gemischte Logen.

Freimaurer sind Menschen, die eher ihre eigene Meinung in Frage stellen als andere überzeugen zu wollen. Sie zeichnen sich durch große Toleranz aus. Wenn Freimaurer sich regelmäßig in ihrer Loge treffen, entwickelt sich eine Vertrautheit wie unter Freunden. Sie betrachten sich, symbolisch gesehen, als Brüder. Man kann sich austauschen, Vorträge über ethisch-philosophische, soziale und andere Themen anhören. Streitgespräche hingegen sind nicht erwünscht. Der Freimauerer vertritt eine positive Lebenseinstellung, die es gut mit seinen Mitmenschen meint und damit auch für Humanität eintritt, das macht u. a. diese Bewegung so attraktiv.Dass Traditionen in Ehre gehalten werden, bedeutet nicht, dass freimaurerisches Denken nicht mehr aktuell ist.

Ziele, wie Humanität und Toleranz sind gültig und aktuell zu jeder Zeit.

In einer kurzen Darstellung, wie dieser, ist es leider nicht möglich, alle Aspekte der Bruderschaft, die weltweit agiert, darzustellen. Es geht vor allem um eine sachliche Beschreibung, die neugierig machen soll.

Im Internet können Zugänge zu den lokalen Logen gefunden werden.

Sicher ist, Interessierte sind immer herzlich willkommen!

Weitere Informationen zur Freimaurerei finden Sie auch auf der Seite der

Großloge der alten freien und angenommenen Maurer von Deutschland